Samstag, 13. Dezember 2008

Abflug in 30h

Zeit für ein kleines Resümee über die ersten 4 Monate, außerdem gibt es noch einiges aus den letzten Wochen zu berichten!

Fangen wir mal mit dem Shanghai Marathon an, den ganzen bin ich nicht mitgelaufen, aber immerhin den "Healthrun" von 4,5km. Was auch nicht immer einfach war, denn wie man es hier so kennt stehen die mitlaufenden Chinesen auch einfach mal so auf der Straße, telefonieren oder sind sonst einfach unberechenbar. Es hat aber viel Spaß gemacht, auch durch die abgesperrte Stadt zu laufen und endlich einmal zu sehen, dass die Busse für einen anhalten (Wenn ihr zu Besuch kommt: Habt Respekt vor den Bussen, die halten NIE für einen Fußgänger der vor ihnen die Straße quert! PKWs schon eher.)

Kommen wir passend zur Jahreszeit zu den Weihnachtsaktivitäten der Deustchen Schule Shanghai. Zum Einen gibt es an beiden Campi einen Weihnachtsbasar mit Glühwein, Waffeln und Bratwürstchen, sowie einigen Darbietungen von AGs. Die Eltern haben schöne Sachen gebastelt, welche man dann erwerben konnte. Mit dem Erlös wird unter anderem ein Mindstorms NXT Kasten für meine AG finanziert, DANKE!
Am Eurocampus war letzten Freitag Jingle Bell Run, Zweier Teams laufen 20, 30 oder 60 Minuten auf dem Sportplatz abwechselnd immer eine Runde. Dazu gibt es dann Glühwein und Crepes, eine schöne Veranstaltung, da Teelichter die Laufstrecke säumen.
Gestern hatten wir noch eine schulinterne Weihnachtsfeier mit Kindern und Eltern, jede Klasse führte etwas vor, mein Ethikkurs der fünften Klasse hatte ein Krippenspiel geschrieben und aufgeführt, es wurde ein voller Erfolg.

Letztes Wochenende waren Alex und ich beim Schokoladenbuffet im Shangri-La Pudong. Wirklich fantastisch, was dort geboten wurde, neben einer kelinen Auswahl an warmen Speisen ohne Schokolade gab es Pralines in den verschiedensten Geschmackrichtungen. Dazu dann noch eine Harfen- sowie eine Querflötenspielerin, sehr weihnachtlich...

Am Sonntag gab es dann endlich wieder einmal Feuerzangenbowle, die wir mit Kollegen zubereiteten und währenddessen auch sahen.

Am Dienstag war Jahresabschlussessen vom Innercircle Shanghai, wir waren zu siebt Pekingente essen, dazu gab es noch ca. 20 weitere Gerichte, unter anderem fritierte Skorpione. Ein leckerer Snack, aber die Pekingente war einfach fantastisch.


Kommen wir zum Resümee der ersten vier Monate in Shanghai.
Sowohl beruflich als auch privat kann ich nur sagen, dass ich sehr froh bin diesen Schritt getan zu haben.
Was man hier erlebt ist schwierig in Worte zu fassen, es ist so anders als das, was man kennt. Und wie soll man es dann versuchen den Menschen, die man in Deutschland zurück gelassen hat zu erklären? Ich denke vieles würde mit Unverständnis, wenn nicht gar mit Vorwürfen kommentiert. Ich kann dann nur sagen: Es ist anders, kommt her und schaut es euch an, aber auch in 2 Wochen Urlaub kann man diese Stadt, dieses Land nicht begreifen. Es geht mir noch immer so, dass ich hier so vieles nicht verstehe. Wenn ich auf dme Fakemarkt bin und endlich einen normalen Preis für etwas ausgehandelt habe, kommt mir der Verkäufer gleich beim nächsten Stück wieder mit einem absurd hohen Preis.
Wenn ich auf einer vierspurigen Straße morgens um sieben fahre verstehe ich nicht, wie da mitten auf der Straße ein Pelone steht und ein Arbeiter Beton von der Straße kehrt, ohne vorherige Information. Das Leben ist anders hier, sehr viel anders. Und es ist wichtig zu wissen, dass das Leben nur hier so ist, und man sich in Deutschland wieder anders verhält. Aber hier, in Shanghai, verhält man sich eben anders.
Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich morgen abend im Flieger nach Hause sitze und mich eine deutsche Ordnung und vor allen Dingen Ruhe erwartet. Kein Straßenverkäufer dort steht und gebratenen Reis verkaufen will. Dass einen alle Menschen auf einmal wieder verstehen.

Ich freue mich, möglichst viele von euch wieder zu sehen!
Erreichen könnt ihr mich über meine alte Handynummer und das Festnetz meiner Eltern.
Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch (Yeah, ich bin auf Langeoog :-) )

Und hier noch ein Beispiel für den Versuch Chinas, uns Westlern einen Gefallen zu tun, der Baum steht im Foyer meines Hauses:

Montag, 1. Dezember 2008

Kart fahren


So, schon eine Woche her, und den Bericht habe ich auch nicht selbst geschrieben. Daher entschuldigt die Einseitigkeit des Berichts, wo ich doch sonst so auf Objektivität Wert lege :-)

Hier der Bericht

Advent in Shanghai

Nun ist es also schon wieder soweit. Die Adventszeit beginnt, Weihnachten rückt näher und es soll besinnlich werden. OK, letzte Woche war das Adventsbasteln in der Schule, das wäre schon mal abgehakt. Ich wollte gerne Servietten als Windlicht einlaminieren, aber Servietten mit Weihnachtsmotiven zu finden ist in Shanghai ein Ding der Unmöglichkeit (ja, auch bei Ikea gab es keine). So wurde also kurzfristig umdisponiert und Lichterhäuser in meiner Klasse gebastelt. Jetzt ist das Schulhaus schön geschmückt, und auch zu Hause steht ein Lichterhaus :-).
Was fehlt noch? Natürlich, der Adventskranz. Auch der steht hier in der Wohnung, Alex hat mir einen gesteckt *freu*.
Noch ein paar Filzteile von Deutschland ausgelegt, und schon fühlt man sich wie in Westeuropa. Ach nein, da war ja noch der Weihnachtsbaum den mir die Vormieter im Kleiderschrank hinterließen. Den also rausgeholt, an die Steckdose angeschlossen und erst mal nen kleinen Schock bekommen. Blaues Licht, flackernd in verschiedenen Intervallen.
Das muss erst mal getoppt werden. Wurde auch, das ganze gibt es auch noch mit bunten Lampen...
Am Samstag vor dem ersten Advent war in beiden Campi der DSS Weihnachtsmarkt, schade, denn so konnte man nur bei der eigenen Schule sehen was so alles geboten wird. In Pudong waren das Bratwürste, Glühwein, Maronen, Suppe, Adventkränze und andere von Elternhand gebastelte Dinge. Zur allgemeinen Unterhaltung führten einige AGs wie Chor und Dynamic Moves Beispiele ihrer Arbeit vor. Ein wirklich schöner Markt, ich hörte, dass auch der Markt in Puxi sehr sehenswert war.

Freitag, 28. November 2008

Der alltägliche Alltag

Mal zwei kurze Episoden bzw. eine Episode und ein Bild ohne Worte.

Der Plastikgriff meines Mopedakkus ist abgebrochen (jaja, Made in China...), also musste ein neuer her, diesmal aus Metall. Zum Glück hat man hierin jeder 3. Straße einen Metallverarbeitenden Betrieb (OK; Garage wäre auch ein angemessener Begriff). Nachdem verschiedene Werkstoffe geprüft wurden hat der Handlanger dann ein Metallband in der richtigen Länge abgeflext. Da es aber noch ein wenig schmal war nahm er dann die Handflex und flexte auf der Schmalseite noch ca. 3mm derLänge nach ab. Natürlich ohne Sicherheitshandschuh, mit dem normalen Wollhandschuh.

Bei einem Preis von 10 RMB (1,10€) hatte ich auch keine Lust zu handeln. Als ich dann allerdings auch den zweiten Griff ersetzt haben wollte hatten sie das Metall nicht mehr da, also "meio". Naja, da kann man nix machen, muss ich demnächst mal wieder vorbeischauen.

Und hier noch ein schönes Bild, wie man mit dem Bagger schneller vorwärts kommt (Leider Handykamera):


Ach, doch noch 2 Erlebnisse der letzten beiden Tage auf dem Weg zur Schule:
4spurige Straße, links auf der Spur hält ein Rollerfahrer an, weil er telefonieren muss.

Heute morgen, dreispurige Straße: Auf einmal Stau, alle Autos verlassen die mittlere Spur. Ein Wagen mit steht mit Warnblinker auf der Spur, die Frau telefoniert gerade...
Alltäglicher Wahnsinn auf Shanghais Straßen

Donnerstag, 20. November 2008

Der Deutsche Ball




So, mal wieder ein gesellshaftliches Ereignis in Shanghai, zu dem wir unbedingt hin wollten. Ich, zu einem Ball, mit tanzen? Ja, also das war ja dann irgendwie doch nebensächlich und wir haben ja auch 2x vorher geübt, aber dazu dann später. Über Alexandras Mitbewohnerin kamen wir eine Woche vor dem Ball an die (von uns) begehrten Karten und lasen dann die Kleiderordnung "Black Tie", sowie das Motto "Black and White".
Nun ja, Smoking hatte ich sogar aus Deutschland mitgebracht, der musste nur ein wenig geändert werden. Das Kleid zu finden dachte ich sei schwieriger, aber der Stoffmarkt bescherte uns eine Fülle von Bildern "I can copy", so dass das Kleid innerhalb einer Woche perfekt geschneidert wurde. Der Stofmarkt ist ja schon ein Thema für sich, man möchte sich bei jeder neuen Anprobe wieder einen neuen Anzug oder Mantel oder Hemd nähen lassen. Ist ja billiger als in Deutschland im Laden, und bisher habe ich auch immer Glück gehabt. Nun ja, Kleid war also kein Problem, die Schuhe der Dame dann doch eher, Größe 40 ist quasi unmöglich in China zu bekommen, sie musste dann in 39 den Abend verbringen.
Nachdem wir erst mal durch das halbe Hyatt gelotst wurden (Menschen, die Schilder halten scheinen günstiger zu sein als Hinweistafeln), kamen wir endlich zum richtigen Eingang und bekamen einen Begrüßungssekt.
Nach dem obligatorischen Eintrag auf der Gästetafel, der Eröffnung und dem Öffnen der Saaltüren ging es ruhig und gelassen (wie ungewöhnlich für China) in den Ballsaal.
Nach dem Eröffnungswalzer (den tanzten wir leider nicht) ging es gleich los mit Partymusik, die Band spielte alles von Abba bis Schlager.
Das Buffet war großartig, allein an den Vorspeisen konnte man sich gütlichst tun, sie reichten von Antipasti über Austern bis Kaviar. Zum Hauptgang gab es dann viel Lamm, aber auch Fisch sowie Pasta. Ein absolutes Highlight war das Nachtischbuffet mit einer Eisbar (im doppelten Sinne), frischen Waffeln, Kaiserschmarrn, was das Herz eben begehrte.
Zwischendurch wurde immer wieder getanzt, und zu dem guten Essen gab es ebenso vorzügliche Weine.
Interessant waren natürlich auch die anderen Personen anzuschauen, da gab es von Füchsen über der Schulter bis zu Chinesinnen mit Doppel-D alles.
Bei der Verlosung, bei der es unter anderem einen Business-Class Trip nach Europa mit LH gab, waren wir leider nicht unter den Glücklichen.
Alles in allem ein gelungener Abend, der nach einer Wiederholung im nächsten Jahr schreit!

Hier alle Bilder: http://www.majhost.com/cgi-bin/gallery.cgi?f=190637

Fahrt zur Organic Farm

Nachdem das Thema „Gemüse, Obst und gesunde Ernährung“ abgeschlossen wurde, ließen wir es uns nicht nehmen, noch zu einer Biogemüseplantage zu fahren um auch zu sehen, wo das Gemüse wirklich her kommt. Durch unseren Busmanager Michael konnten wir auch kurzfristig einen Bus bekommen, der uns nach 1,5h Fahrt sicher zur Farm brachte. Dort wurden wir von Eva, der einzigen deutschen Angestellten erwartet und gleich zu einem Rundgang über die Felder und durch die Treibhäuser mitgenommen. Gleich am Anfang konnten wir sehen wir Chilischoten wachsen und durften auch für uns selbst welche pflücken. Die meisten Kinder wollen die Kerne auch zu Hause selbst einpflanzen, um eine eigene Chiliplantage zu eröffnen. Man darf gespannt sein .
Kurz darauf war für uns Erde und Töpfchen vorbereitet, um chinesischen Spinat zu pflanzen. Die Töpfchen durften die Kinder mitnehmen und versuchen nun diesen zu Hause hoch zu päppeln. Im nächsten Gewächshaus waren Karotten gepflanzt, auch hier durften die Kinder ernten und das Grün…
…Ja, das war natürlich toll, sie durften das Grüne der Karotten an leibhaftige Ziegen verfüttern. Da machte es auch nichts mehr, dass kein Fußball zum Spielen da war, die Ziegen übertrafen alle Erwartungen.
Zum Abschluss durften wir noch einen Blick in die Verpackungshalle werfen und dort Biogemüse für zu Hause einkaufen.
Alles in allem war es ein sehr schöner Ausflug, den man nur empfehlen kann!

Dienstag, 11. November 2008

Klassenfahrt!

Am Montag, den 3.11. ging es für alle Zweitklässler zum ersten Mal auf Klassenfahrt. Ziel waren die Wasserstädte Suzhou und Mudu. Nach einer knapp zweistündigen Fahrt erreichten wir die Seidenfabrik in Suzhou. Dort hatten wir eine interessante Führung, die auch die Kinder spannend fanden. Unter anderem wurde erklärt, dass der Kokon aus einem 1km langen Seidenfaden besteht. Nach der Seidenfabrik ging es zu einem leckeren Buffet, an dem es alles gab, was das Kinderherz begehrte. OK, keine Pommes, aber die gab es dafür abends. „The good behaviour“ der Kinder wurde von den anderen Restaurantbesuchern öfters angesprochen, danke auch für die Vorarbeit der Eltern .
Nach dem guten Essen und einem kurzen Fangenspielen auf dem Busparkplatz ging es weiter nach Suzhou, wo wir eine sehr schöne Bootsfahrt auf einem der Kanäle unternahmen. Nach der Besichtigung eines mehr als 500 Jahre alten Hauses ging es dann endlich ins Hotel zur Zimmeraufteilung.Kurze Zeit später hieß es „Action auf der großen Wiese“. Da wurde Federball, Seilhüpfen, Fußball gegen die Lehrer und so manches mehr gespielt. Völlig geschafft ging es dann fix unter die Dusche und zum Abendessen, das ziemlich chinesisch geprägt war (von den Pommes mal abgesehen) und sehr lecker war. Nach einer kurzen Nachtwanderung und dem Vorlesen ging es auch sehr müde ins Bett.
Der zweite Tag brachte wie auch der erste Sonnenschein, sodass wir uns nach dem Frühstück auf den Weg machten, um in zwei sehr schöne Parks zu gehen. Die Kinder konnten dort Drachen steigen lassen und auf den Spielplätzen spielen. Abends gab es dann wieder eine Nachtwanderung und es wurde weiter aus dem Sams vorgelesen. Bevor wir wieder am Mittwoch nach Hause fuhren, machten wir noch eine kurze Bootsfahrt in Mudu, um dann in die chinesische Kalligrafie eingeführt zu werden. Jedes Kind durfte einen Fächer mit chinesischen Schriftzeichen versehen, ein tolles Andenken und Mitbringsel von der Klassenfahrt. Ziemlich erschöpft kehrten wir dann gegen 14:45 wieder zur Schule zurück, wo die Eltern schon sehnsuchtsvoll ihre Kinder erwarteten!

Hier alle Bilder: http://www.majhost.com/cgi-bin/gallery.cgi?f=189546